Sind Sie neu in Hamburg ?

Annemarie Tromp, Präsidentin

( Text deutsch / français / italiano )

 

 

 

 

Der Schweizer Verein „Helvetia“ bringt ein Stückchen Schweiz in den Norden Deutschlands! Haben Sie schon einmal die „Basler Fasnacht“ oder den „Berner Zibelemärit“ in Hamburg miterlebt? Wir feiern regelmässig Schweizer Feste und kommen dabei auch immer wieder in den Genuss von kulinarischen Köstlichkeiten aus der Heimat. Selbstverständlich wollen wir aber auch Hamburg besser kennenlernen. In einer Stadt wie Hamburg, gibt es selbst für Alteingesessene immer wieder Neues zu entdecken! Freuen Sie sich also auf abwechslungsreiche, schweizerisch-hamburgische Vereinsaktivitäten. 

Sind Sie neu in Hamburg?

Dann bietet der Schweizer Verein „Helvetia“ Hamburg Ihnen die ideale Plattform, sich mit Mitgliedern zu treffen, die schon länger in der Hansestadt leben und Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ausserdem bildet der Verein eine Brücke zur Schweiz und Sie erfahren viel über die aktuelle und sich auch stets verändernde Situation der Auslandschweizer. Falls Sie schon länger im Norden leben und einfach wieder einmal Schweizerdeutsch, Französisch, Italienisch oder Rätoromanisch  sprechen möchten, dann sind Sie am „Schwizer Stammtisch“ herzlich willkommen.
Auf den folgenden Seiten dieser Homepage können Sie mehr über den Verein erfahren.
Für Neuzugezogene oder Alteingesessene: der Schweizer Verein „Helvetia“ Hamburg ist ein Stück Heimat in der Fremde. Wir freuen uns, Sie kennen zu lernen!

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Si vous êtes Suisse de l’étranger à Hambourg depuis des années ou bien vous avez juste déménagé de la Suisse au nord de l’Allemagne, vous êtes bienvenu à l’association “Helvetia” à Hambourg. 

En participant aux excursions de la “Helvetia” vous avez la possibilité d’apprende à connaître Hambourg et la region du nord de l’Allemagne. Mais plus que cela, nous essayons de vous donner des informations actuelles de la “Suisse officielle” de Berne et de Berlin.

Nous nous réjouissons de vous souhaiter la bienvenue à l’association “Helvetia” à Hambourg, soit que vous parliez français, italien, romanche ou allemand. 

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Che siate Svizzeri, già da anni ad Amburgo o semplicemente spostati dalla Svizzera al nord della Germania da poco, siete il benvenuto all’ Associazione "Helvetia" di Amburgo. 

Tramite le nostre escursioni ed uscite offriamo la possibilità di conoscere Amburgo e la sua regione. Onoriamo regolarmente le feste svizzere e così anche assaggiamo specialità culinari del nostro paese. Per di più, cerchiamo di darvi le ultime informazioni dal "ufficiale svizzera" Berna e Berlino. 

Saremo lieti di darvi il benvenuto all'Associazione "Helvetia" di Amburgo, che parliate tedesco, francese, italiano o romancio. 

Annemarie Tromp

Präsidentin 

 

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Die „Helvetia“ vom Anfang bis heute - Erinnerungen, Sinn und Tradition des Vereins - am Beispiel der Ansprache des Präsidenten Adalbert Heini, anlässlich der Jubiläumsfeier am Gala Abend - der Schweizer Vereine „Helvetia“ 100 Jahre und 135 Jahre „Eintracht“ am 14. Mai, 1983 im Plaza Hotel in Hamburg 

Sehr geehrte Ehrengäste, Damen und Herren, liebe Landsleute und Freunde 

Im Namen der Schweizer Vereine Helvetia und Eintracht begrüße ich sie alle recht herzlich zum heutigen Galaabend.

Es ist mir eine besondere Ehre als Vertretung des Senates der Freien und Hansestadt Hamburg, die Senatorin der Justiz, Frau Eva Leithäuser willkommen heissen zu dürfen. Es ist das erste Mal, dass der Senat offiziell an einer Feier der beiden Vereine teilnimmt. Wir wissen diese hohe Ehre zu würdigen und danken Ihnen, Frau Senatorin herzlich für ihr Kommen. Die über 1500 Schweizer in Hamburg danken der Hansestadt Hamburg für die über 100 jährige Gastfreundschaft. Ich darf Sie bitten sehr verehrte Frau Senatorin, unsere Grüsse dem gesamten Senat zu überbringen!

Ich begrüsse seine Exzellenz den Schweizerischen Botschafter in der BRD, Herrn Carlos Müller. Herr Botschafter, Sie haben dieses Amt vor gut einem Jahr übernommen. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg im Interesse der Schweiz und der BRD. Ich darf nicht minder herzlich willkommen heissen, Herrn Minister Dr. Max Leiert aus Bern. Auch Ihnen Herr Minister, wünschen wir für Ihr übernommenes Amt viel Glück zum Wohle aller Auslandschweizer. Ich begrüsse das diplomatische Corps der Schweiz in Hamburg mit ihrem Chef, Herrn Generalkonsul Gerber. Ebenfalls darf ich herzlich begrüssen, den amtierenden Generalkonsul der Republik Österreich, Herrn Dr. Dr. Majlat. Die Schweizer Kolonie Hamburg pflegt seit Jahren eine besondere schöne Freundschaft mit Ihren Landsleuten in Hamburg. Bei dieser Gelegenheit begrüsse ich alle Österreicher hier im Saal mit dem Vorsitzenden des VDÖ Herrn Dipl.Ing. von Vigelius. Vom Auslandschweizer Sekretariat Bern begrüsse ich Herrn Direktor Ney sowie den neugewählten Präsidenten der Auslandschweizer Kommission, Herrn Prof.Dr. Hofer und Herrn Jnvernizzi vom Solidaritätsfond. Unter uns weilt heute Abend auch Herr Chapporouge, Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft. Herr Chapporouge ich danke Ihnen für die jahrzehnte lange Treue die Sie der hiesigen Kolonie entgegen gebracht haben. 

Meine Damen, wenn ich in den Saal blicke, so sehe ich eine herrliche Wiese und all die wunderschönen Blumen darauf sind Sie. Im Namen aller anwesenden Herren danke ich Ihnen, dass Sie sich für uns so hübsch gemacht haben !

Verehrte Anwesende !

135 Jahre beziehungsweise 100 Jahre sind seit der Gründung der Schweizer Vereine in Hamburg vergangen. Da lohnt es sich schon einen Rückblick zu halten und zu fragen, welches wohl die Gründe für den Zusammenschluss der Schweizer in Hamburg in der Mitte des vorigen Jahrhunderts gewesen waren. 

Nun in der Heimat war vielen der Boden zu eng und die Entwicklungsmöglichkeiten auf beruflicher Basis zu unbedeutend geworden. Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, lockte und brachte viele junge Schweizer aus landwirtschaftlichen wie auch aus handwerklichen Kreisen nach Hamburg, um sich von hier aus nach den Staaten einzuschiffen. Diese Auswanderung war denn auch der Grund, dass die Eidgenossenschaft im Jahre 1846 ein Konsulat in Hamburg gründete, um ihren Mitbürgern beratend und betreuend zur Seite zu stehen sowie ihre Interessen gegenüber der Regierung des Gastlandes vertreten zu können. Also erster Honorarkonsul wirkte Herr Peter Ruch von 1846 bis 1864. 

Nicht alle Landsleute, die aus der Schweiz nach Norden gereist waren, schlossen sich indes dem Zug nach der Neuen Welt an. Sie blieben zum Teil in der Hansestadt, wo sie als tüchtige Handwerker Arbeit bekamen und in der Lage waren, eine dauerhafte Existenz zu gründen, zum Teil aber auch in die ländlichen Gebiete von Schleswig-Holstein als Melker, Obermelker oder sogar als Gutsaufseher abwanderten. Andere wiederum kamen als Kaufleute und konnten sich im Laufe der Jahre selbständig machen. Um ihr Schweizertum auch in der Ferne pflegen zu können, schlossen sich die Hamburg-Schweizer im Schweizer Club „Eintracht von 1848“ und im Schweizer Verein „Helvetia“ im Jahre 1883, zusammen.

Es gab aber auch andere, die erst einmal nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika auswanderten und dann nachher auf ihrer Rückreise nach Europa in Hamburg hängen blieben. Diese sowohl auch die erstgenannten fanden in den Schweizer Vereinen die Möglichkeit des Zusammenschlusses, des Gedankenaustausches sowie der Pflege heimatlicher Eigenart. Kein Wunder, dass sich die beide Vereine eines regen Zulaufs erfreuten. In der Eintracht waren die Handwerker und Arbeiter, in der „Helvetia“ die Kaufleute und Angestellten vereinigt. 

Das Bild wäre nicht vollständig, wenn bei dieser Gelegenheit nicht auch auf die im Jahre 1866 durch Herrn Konsul E. Mercer gegründete „Schweizerische Unterstützungskasse“ hingewiesen würde. Sie war es, die schon damals die Fürsorge für die in Not geratene Landsleute ausübte. Die Mittel wurden zunächst lediglich durch Spenden und Geschenke aus den Reihen der in Hamburg niedergelassenen Mitbürgern aufgebracht, später kamen dann auch Subventionen, des Bundesrates hinzu. Trotz Inflation im Jahre 1923 und trotz Währungsreform 1948, existiert diese Kasse und beweist, was Opferfreudigkeit unserer Schweizer im Ausland vermag. 

Zurück zu den beiden Vereinen. Neben guten Zeiten waren diesen auch schlechte beschieden gewesen. Man denke da insbesondere an die beiden Weltkriege von 1914/18 und 1939/45. Besonders der letztere mit seinen Bombardements auf Hamburg hat alles vernichtet, was die Vereine an Mobiliar, Bibliothek und sonstige Utensilien besassen. Besonders die „Helvetia“ verfügte über eine sehr umfangreiche Bibliothek, die beinahe restlos verbrannte. Auch die Protokolle und Aufzeichnungen gingen1944 im Konsulat im Schloss Friedrichsruh verloren, sodass heute auf eine Skizzierung des Werdegangs der Vereine verzichtet werden muß.

Wir wissen lediglich, dass durch den letzten Weltkrieg die jüngeren Schweizer in die Heimat zu den Fahnen gerufen wurden, andere wieder durch Kriegseinwirkung Hab und Gut verloren hatten und gezwungen waren, nach der Schweiz zurückzuwandern. Leider kamen viele nicht wieder nach Hamburg zurück. Die damaligen Verhältnisse waren derart schlecht geworden, dass sich die Einwanderung infolge der Besetzung durch fremde Mächte fast unmöglich gestaltete. Auch die prekäre Ernährungslage sowie die allzu niedrigen Arbeitslöhne spielten eine große Rolle. 

Die Schweizer Vereine, durch diese Umstände klein geworden, versuchten dennoch, die Versammlungen, die während des Krieges eingestellt worden waren, im Laufe des Jahres 1945/46 wieder aufzunehmen. Unter der Leitung der rührigen Vorstände scharten sich die Landsleute wieder um ihr Fähnlein. Eine geistige Belebung wurde insofern geschaffen, als Vorträge, Lichtbildervorführungen, Referat usw. vom Konsulat aus gefördert wurden. In den letzten Jahren wurden in vermehrten Masse Veranstaltungen von beiden Vereinen gemeinsam durchgeführt. Besonders die Nationalfeier sowie die Weihnachtsfeier wird seit Jahrzehnten zusammen veranstaltet.

„Getreu nach dem Motto: Alle für Einen, Einer für Alle“

Diese führt sogar soweit, dass es in Hamburg Schweizer gibt, die Mitglied in beiden Vereinen sind. Der Schweizer „Club Eintracht“ von 1848 zählt heute 30 Mitglieder. Der Schweizer Verein „Helvetia“ 200 Mitglieder.

In der Zukunft werden neue Aufgaben auf die Schweizer Vereine im Ausland zukommen. Der Auslandschweizer wird heute mit in den Meinungsbildungsprozess seiner Heimat einbezogen. Dies soll in der Zukunft noch verstärkt werden. Daraus entsteht die Verpflichtung sich permanent mit der Materie zu beschäftigen. Sei es in wirtschaftlicher oder aber auch in politischer Hinsicht. Wir beschäftigen uns in enger Kontaktnahme mit den Verantwortlichen in der Schweiz, mit den politischen Rechten der Auslandschweizer. Jedoch nur und ausschliesslich mit den Angelegenheiten unseres Heimatlandes. Eine wichtige Aufgabe ist die Gleichstellung der Auslandschweizerin und ihren Kindern aus Ehen mit einem Partner anderer Nationalität. Hinzu kommen Probleme der AHV. In neuester Zeit spielen auch Aufenthalts- und Arbeitsbewilligungen in den Gastländern eine immer grössere Rolle. All dies kann in den Auslandschweizer Organisationen aufgearbeitet werden, ohne jedoch den strikten Boden der Neutralität zu verlassen. Wir mischen uns auch in Zukunft nicht in fremde Angelegenheiten. 

Die Auslandschweizer Vereinigungen werden kein Forum für politische Auseinandersetzungen irgend welcher Art! Wir respektieren die Gastfreundschaft und wünschen ein friedliches Miteinander mit allen Völker dieser Welt. 

Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit. 

(1983 haben sich die beiden Hamburger Vereine zur „Helvetia“ vereinigt)