2011

Basler Fasnacht

Ein lang gehegter Wunsch ging in Erfüllung – am Sonntag , dem 13. März traf sich eine 14 köpfige Gruppe aus Hamburg um drei Tage lang die Basler Fasnacht mit zu erleben. Bei individueller Anreise, logierten wir in dem eben eröffneten Marriott Hotel Courtyard in Pratteln bei Basel - um dann gemeinsam mit einer versierten Stadtführerin vom Basel Tourismus am Nachmittag einem großen Rundgang durch die Basler Altstadt zu machen. Hier erhielten wir den ersten Vorgeschmack auf diese wunderbare Stadt am Rhein bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein. Dank unserem Mitglied Peter Müller, der in Hamburg und Basel wohnt, bekamen wir die richtigen Insidertipps (wo und wie was Traditionelles essen) und hörten allerlei Wissenswertes über das Brauchtum und den Ablauf der Fasnacht, der mit dem „Morgenstraich“, Punkt 4 Uhr in der Früh mit dem Glockenschlag beginnt.

Anders als bei unserem Karneval in Deutschland sind die Zuschauer nicht direkt beteiligt, Alkohol ist verpöhnt und nur die Teilnehmer der herumziehenden Cliquen und Guggenmusiker, mit Pfeifen und Trommeln, sind kostümiert und tragen alle „Laven“ genannte Masken. Dazu zeigen sie die Monate lang gestalteten und gemalten „Laternen“ die stets humorvolle, satirische Verse und Malereien der politisch und gesellschaftlichen Ereignissen des vergangen Jahres beleuchten. Was die Basler Fasnacht aber besonders einzigartig macht , ist die Mischung aus anarchischem Chaos und geordnetem Grossanlass.

Am Montagmorgen war um 2:30 Abfahrt mit der Tram – und trotz großen Gedränges standen wir alle am richtigen Platz um in absoluter Dunkelheit den Laternenumzug mitzuerleben. Von allen Richtungen strömten die Umzugsgruppen mit Ihren Laternen. Anschließen, nach 2 Stunden kehrten wir in kleinen Gruppen in die vielen Wirtshäuser ein, um die traditionelle Mehlsuppe, Käse- und Zwiebelkuchen (Waihe) zu essen. Die ganze Stadt war auf den Beinen und auch wir kehrten voller Eindrücken zum zweiten Frühstück ins Hotel zurück. Nach kurzer Schlafpause ging es wieder zurück auf die Wettersteiner Brücke um von dort, mitten im Trubel, von zwei Richtungen den großen Umzug der Cliquen mit der typischen Pfeifen- und Trommelmusik zu erleben. Dabei kam reichlich „Räppli“, das bei uns bekannte Konfetti, zum Einsatz, dass übrigens heute noch bei mir zu Hause zu finden ist. Dann führte uns Peter Müller in eine der vielen Cliquenkeller (mit vielen Larven dekoriert) zu einer kleinen Vesper. Nach noch mehr Umzugsgeschehen fanden wir uns um 19 Uhr im Stadtkasino von Basel ein, wo wir einen Abend mit den sogenannten „Schnitzelbänggler“, vorgetragene Parodien in Versform, erleben konnten. Natürlich alles in Schwyzerdütsch, was dem einen oder anderen, auch als Schweizer, zu schaffen machte.

Am Dienstagnachmittag ging es weiter mit den bunten Kinderumzügen, wiederum mit der Guggenmusik, Pfeifen, Trommeln und den Wagen aus denen die Kinder mit großer Innbrust den Erwachsenen die Räppli in den Hals schütteten. Anders als bei einem Umzug kamen die Gruppen aus allen Himmelsrichtungen, man meinte das große Chaos bricht aus, aber immer löste sich alles wieder friedlich auf. Abends versammelten sich alle Laternenwagen (rund 200 Stück) auf dem Münsterplatz und wurden von Tausenden von Besucher aus der Nähe bestaunt.

Und wer noch nicht genug von der Fasnacht hatte, konnte sich auch am Mittwoch nochmals unter die herumziehenden Cliquen und Musikanten mischen. Alle „Helvetianer“ aus Hamburg haben voller Eindrücken „einer total anderen Fasnacht“ den Heimweg angetreten mit dem Motto im Gepäck: das MUSS man gesehen und erlebt haben! (am)