Bundesfeier

Back to the Roots – Der Schweizer Verein „Helvetia“ Hamburg in der Ballinstadt

Was machen wir am 1. August? Diese Frage stellt sich ein Schweizerverein wohl jedes Jahr. In 2022 kam als Schwierigkeit noch dazu, dass der Tag auf einen Montag fiel, also für eine große Feierlichkeit ohnehin ungeeignet war. Wie in den letzten Jahren auch, gab es in Hamburg am 1. August also ein zwangloses Treffen zu Bratwurst und in diesem Jahr auch Fisch an der Elbe in Hoppes Fischrestaurant, aber es musste natürlich auch noch eine für die Bundesfeier etwas würdigere Veranstaltung angeboten werden. Hierfür wurde 3 Wochen später das Auswanderermuseum „Ballinstadt“ besucht. Eine kleine Gruppe von 15 Teilnehmern sammelte sich bei strahlendem Sonnenschein auf dem Museumsgelände um die Schweizer Fahne und konnte nach einer kurzen virtuellen Einführung in individuellem Tempo die Ausstellung in den restaurierten Auswandererhallen des Museums besichtigen. Die eindrucksvollen Exponate und Texte gaben eine lebendige Vorstellung davon, unter welchen Bedingungen sich Menschen vor 150-100 Jahren auf den beschwerlichen Weg in die Fremde machten und wie Migration schon immer und auch heute das Leben auf der Erde immer wieder bestimmt und verändert hat. Der Schweizer Verein „Helvetia“ Hamburg sieht sich da in einer besonderen Tradition, wurde er doch gegründet, um auswanderungswillige Schweizer, die aus den verschiedensten Gründen in Hamburg gestrandet waren, zu unterstützen, und feiert im nächsten Jahr sein 140-jähriges Jubiläum. Im Übrigen ist natürlich jeder Auslandsschweizer irgendwie Teil der Migrationsbewegungen, sei es in erster oder
einer folgenden Generation.
 
Mit einem erleichterten Aufatmen, dass ihnen die ausgestellten Strapazen persönlich erspart geblieben sind, konnten sich die an diesem Anlass teilnehmenden „Migranten“ nach der Ausstellung im Hof des Museumscafés mit einem leckeren Essen und später auch noch Kaffee und Kuchen stärken.
 
Auch wenn so ein gemütliches Beisammensein mit lebhaftem Austausch den Tag angenehm abrundete, wird so manch einem auf dem Heimweg vielleicht seine eigene privilegierte Situation vor dem Hintergrund der in der Ausstellung geschilderten Schicksale stärker bewusst geworden sein.

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